Das Neueste aus der Chronologiekritik im Jahr 2019
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Berlin · 2019  Uwe Topper topper

Neuigkeiten im Jahr 2019

Gunnar Heinsohn schließt seine Arbeit am Buch ab

K. Walter Haug: neue Entdeckungen

neuer Beitrag zur Ekliptik-Messung von Uwe Topper

Felsengleise: es werden immer mehr entdeckt

Zeitensprünge

Gert Meier gestorben

Fälschung

Zuerst das Allerneueste, die anderen Schlagzeilen müssen warten:

Gunnar Heinsohn teilt an seine e-mail-Runde mit, daß er sich von diesem Kreis der Freunde und Streiter verabschiede; sein  Klärungsversuch zur internen spätantiken Chronologie von Justinian bis Heraklius (527-641)  steht online jetzt hier:
https://q-mag.org/gunnar-heinsohn-justinians-correct-date-in-1st-millennium-chronology.html  
Er sagt, daß damit das in diesem Kreis besprochene Problem - die Zeitkürzung und Umverteilung der Jahresfolgen im 1. Jahrtausend unserer Zeitrechnung - gelöst sei. Das Buch dürfte bald erscheinen.

 http://www.q-mag.org/gunnar-heinsohn-the-stratigraphy-of-rome-benchmark-for-the-chronology-of-the-first-millennium-ce.html.

Jochen Seelig schreibt dazu am 23. Mai, es wäre wichtig, die social media im Netz zu benützen, "also: facebook, youtube, instagram, twitter usw., nur damit man überhaupt gesehen wird." Es ist sein "derzeitiger Plan, ein paar youtube-videos zu drehen, in denen die Folien von Chris Marx erklärt" werden. Das dürfte junge Leute mit Sachverstand ansprechen und in dieser Form ihre Aufmerksamkeit wecken: daß in der Chronologie entschieden ein Problem existiert.
Das wäre schon ein Erfolg. Vielleicht machen auch einige mit!
Bravo Jochen Seelig, hoffentlich helfen Dir ein paar Leute dabei!

Das Jahr hat spannend angefangen mit Entdeckungen von weiteren Cairns in Süddeutschland durch Walter Haug und seine Gruppe. Man sehe selbst auf seiner Webseite megalith-pyramiden.de, da löst ein Fund den anderen ab. Ich habe inzwischen auch einige seiner Mitarbeiter kennengelernt, die mir ihre neuesten Entdeckungen zeigten. Einer ist Bernd Krautloher, der übergroße - im wahrsten Wortsinn: gigantische - Mauern in seiner Heimat entdeckt hat. Man lese und schaue die Fotos an:

http://megalith-pyramiden.de/onewebmedia/!%20Zwei%20Kolossal-Pyramiden%20bei%20Merklingen.pdf

Da gibt es Bohrungen, die in unserem Verständnis von Handwerk keinen Sinn machen. Walter Haug hat sich Jahrzehnte mit den Steinbruchtechniken vertraut gemacht - diese Bohrlöcher sind erklärungsbedürftig! Wie alt mögen sie sein?

Der Winter ist übrigens eine günstige Jahreszeit, diese Cairns, Hälden, Riegel ... zu besichtigen, das grüne Laub der Bäume wird bald wieder den freien Blick auf die baulichen Strukturen verdecken. Es ergibt sich jedenfalls ein Bild vorgeschichtlicher Landschaftsgestaltung, wie wir es uns nicht träumen ließen. Kaum eine Bergkuppe, Felswand oder Hangleite ist unberührt geblieben, wie das in einem viele Generationen umfassenden Bauernleben selbstverständlich sein sollte. Was eben nicht selbstverständlich ist: Die Landschaftsbearbeitung folgte nicht rein praktischen Zwecken (Bewässerung, Wegebau, Befestigung, Verteidigung) sondern kultischen Überlegungen wie Zeitmessung, Ahnenkult und Dienst an unserer Erde. Aus den zahlreichen Hinweisen – nicht vergessen: Paul Klahn im Hotzenwald – entsteht eine neue Vorstellung der geistigen Haltung jener Menschen, die oft mit titanischem Aufwand Denkmäler schufen, von denen wir bisher keine Ahnung hatten.

http://megalith-pyramiden.de/onewebmedia/Die drei Riesen von Beutelsbach.pdf
http://megalith-pyramiden.de/onewebmedia/Skandal: Archäologen graben einen Cairn aus.pdf

Hier ein Foto von einem der noch ungeklärten Steinriegel am steilen Hang

SteinriegelFoto U. Topper 2018

Auf derselben Seite von Walter Haug nun das Allerneueste:
Sensation: Teneriffa-Pyramiden im Schwabenland Hatte Walheim am Neckar in der Vorgeschichte Kontakt zu den Atlantikinseln?

Die schon im vorigen Jahr unter "aktuelles" genannte Webseite "atlantisches Europa"
hat einen interessanten Beitrag über Megalithen:
"Dolmen und andere Großsteingräber als Indikatoren verheerender Flutwellen"
in dem auch Haugs Portal genannt wird.

Sehr beachtlich und umfangreich sind auch die Beiträge von "Spurensucher" Ralf Goffin:
https://www.spurensucher.eu/index.php?id=12

Was war eigentlich mit Illigs Zeitschrift "Zeitensprünge"? Oft mit Spannung erwartet, jetzt sanft entschlafen! Ein Nachruf erübrigt sich, so unerwartet war dieses Verscheiden nicht. Ein freier elektronischer Zugang zu sämtlichen Texten ist immer noch erwünscht. Vielleicht hat Illig nun eher Zeit, das geplante Buch „über Christentum, Judentum und Islam“ über Lülings Arbeit (vermutlich aus dessen Nachlaß) herauszubringen (wie angekündigt in Zeitensprünge 2/2015) (siehe hier).
Soeben erfahren von Jochen Seelig, und nur unter Eingeweihten bekannt: Illig hat seine Zeitschrift 2019 fortgesetzt, diesmal elektronisch;
zu finden unter : www.zeitensprünge.de

Ein Nachruf mit Trauer ist dennoch zu melden: Gert Meier ist im Januar gestorben, hier wird an ihn erinnert. Gewiß, kritisiert wurde der quicklebendige Autor der Vorgeschichtsforschung von mehreren Seiten, auch vom Rezensenten. Der Streit wird nun beigelegt. Wir haben seine Bücher und können uns selbst herausklauben, was wir für wertvoll erachten. Es bleibt genug übrig, um ein Menschenleben zu füllen.

Gerade erschienen: ein neuer Aufsatz von Uwe Topper

go Datierung mithilfe des Ekliptikwinkels ?

Dodwell - Richards - Faulkner

Mit dieser Thematik beschäftigte sich Topper schon 2008: "Katastrophen als Ursache der falschen Chronologie", und ganz besonders im Okt. 2014 in einem englischen Artikel, der in London (SIS) gedruckt wurde: " Cataclysms are the reasons for our wrong chronology".
Wie sich aus Gesprächen ergab, sind die Grundbegriffe der neuen Theorie nicht allen Lesern klargeworden. Das 500-Seiten-Buch Das Jahrkreuz (2016) erfordert eben viel Lese-Aufwand. Neuerdings lädt das Buch des australischen Astronomen George Dodwell von 1934, das im Jahr 2010 durch die Erben herausgegeben und auch im Internet bekannt wurde, wiederum zur Diskussion der Grundlagen archäo-astronomischer Datierung ein.

Ebenfalls aktuell: Es werden immer mehr große Felsenbauten und Megalithwunderwerke bekannt.
Gewiß ist strenge Vorsicht geboten, wenn neue Entdeckungen angepriesen werden. Die Möglichkeiten zum Reisen sind ja sehr viel besser geworden, in den entlegensten Gebieten werden "große Steine" entdeckt. Im Fall des Steinbruchs von San Cristobal bei Cádiz (Spanien) bin ich mir nicht sicher, ob er tatsächlich so ungewöhnlich ist, wie neuerdings behauptet wird. Ich war in den unterirdischen Sälen vor 30 Jahren (mit Freunden und mit Seilen) und staunte über den Aufwand, den man damals getrieben hatte, um Steine abzubauen und fortzuschaffen. Die Arbeitsweise schien nicht sinnvoll. Aber eine unbekannte Ingenieurstechnik oder gar unbekannte Maschinen anzunehmen, ist doch nicht gerechtfertigt. Daß der Ruf nach Atlantis in diesen Hallen kein Echo bringt, habe ich damals betont.

Andererseits ist es nötig, soviel wie möglich solche Orte aufzusuchen, die uns Rätsel aufgeben, etwa die Basaltfiguren am Tempel von Ain Dara in Nordsyrien, unweit der türkischen Grenze. Durch die Kampfhandlungen wurden viele dieser uralten Wunderwerke zerstört. Man kann nur hoffen, daß sie längst von Archäologen detailgetreu registriert worden sind.

In rasantem Tempo werden immermehr Felsengleise entdeckt! Je zahlreicher die verschiedenartigen Felsen-Zeugnisse weltweit fotografiert und vermessen werden, desto eher können wir an die Lösung herankommen. Darum bringe ich hier neue Hinweise, auch wenn ich sie nicht nachprüfen konnte.
Zu meinem Eintrag über weitere Gleise 2018 "in Mexico: Tlaxcala de Xicohténcatl, nördlich von Puebla (Fotos von Josef Otto)," kommen nun genauere Information von megaliths.org: die Gleisestücke sind 90 cm bis 9 m lang und stellenweise bis zu 40 cm tief eingeschnitten. Dem Foto zufolge liegen sie ziemlich wirr durcheinander.
Ferner bringt megaliths.org auch einen link zu einer russischen Seite "Erde vor der Flut", auf der unter anderen Fotos von Gleisen in Indien gezeigt werden: www. dopotopa.com. Die Gleise liegen bei Bidar im Herzen des Subkontinents, NW von Hyderabad.
Selbst in Spanien sind immer mehr Gleise entgedeckt worden: diesmal bei Jumilla (Prov. Murcia); und in Orbaneja del Castillo (Burgos, am Ebro), dessen theatrale Kalkfelsen-Kulisse durchaus geeignet für derartige Zeugnisse ist.
Dann auch auf der Krim. Und natürlich fehlt nicht der Hinweis (mit Fotos) auf die riesige und total wirre Anhäufung von Gleisen bei Kayseri (Türkei). Hier ein Beispiel:

Foto A. Kusnjetsova Gleise Kayseri

Der oben genannte "Spurensucher" Ralf Goffin weist auch auf einen vielreisenden Gleiseforscher hin, der mit gelungenen neuesten Fotos (mit Meßlatte und Hinweisen auf Literatur) das Thema der ungeklärten Rillen im Fels in vielen Ländern erkundet: Uwe Schneider
https://www.cartruts.de/author/cr-zugang/page/
Er bringt besonders schöne Fotos von Castellar de Meca, wo ich zum ersten Mal (1972) diese Felsengleise fand und der Fachwelt mitteilte (DAInst. Madrid). Von dort ausgehend – und wegen der Unbelehrbarkeit der Archäologen verärgert – habe ich dann viele andere Gleise entdeckt.

Zu den Gleisen in Sousa (Paraiba, Brasilien), die ich voriges Jahr meldete, gibt es ein kleines Video, wie Uwe Schneider mitteilt. Darin stellt der brasilianische Paläontologe Luiz Carlos da Silva Gomes im Interview mit dem Reporter Jackson Queiroga Gedankenverbindungen zu Dinosauriern, deren Spuren direkt neben den Gleisen erscheinen, und sogar mit Außerirdischen her, da eine simple Erklärung nicht gegeben werden kann. Sie bleiben geheimnisvoll!

In den USA gibt es weitere Gleise: am Oregon Trail, gut gekennzeichnet in einem geschützten Wandergebiet. Sie werden als die Spuren der ersten Siedler und Händler, die das Gebiet durchzogen, nach 1830 und 1860, beschrieben. Die vielen Fotos belehren allerdings eines besseren ...

Außerdem in Arizona, in der Nähe von White Cliff Road nördlich von Kingman, Route 66.

Fast nicht zu glauben: auch auf der Osterinsel gibt es im Fels markierte Gleise! Walter-Jörg Langbein hat 3 Fotos ins Netz gestellt.

Fälschung

Der Diskos von Phaistos ist gefälscht,
sagte ich vor zwanzig Jahren und erntete Mißbilligung, denn Topper hält ja viele antike oder vorgeschichtliche Objekte für Fälschungen, wie etwa die Persephone und den Telephos-Altar in Berlin, den Priamos-Schmuck in Moskau und die Nebra-Scheibe in Halle, den Codex Sinaiticus in London und so weiter.
Zum Diskos von Phaistos im Archäologischen Museum Iraklion (Kreta) ist nun sogar fernsehgerecht soviel bekannt geworden, daß Zweifel an der sauber ausgeführten Fälschung kaum noch möglich sind: eine zur WMF gehörende Werkstatt enthält in ihrem Archiv sogar einen verworfenen Entwurf für das gute Stück, wie
Heinz Scheiffele und Tim Heilbronner berichten : Der „Diskos von Phaistos" in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 2 | 2017 S. 147-150 (im Internet als pdf)
Sie erwähnen dabei auch den New Yorker Kunsthändler, Antiken- und Fälschungsexperten Jerome Eisenberg, der den Stein 2008 ins Rollen brachte.

Jerome M. Eisenberg: The Phaistos Disk: A 100-Year- Old Hoax?, in: Minerva. The International Review of Ancient Art & Archaelogy, 19/4 (2008), S. 9-24.
und ders.: The Phaistos Disk: A 100-Year- Old Hoax?, Addenda, Corrigenda, and Comments, in: Minerva. The International Review of Ancient Art & Archaelogy 19/5 (2008), S. 15-16.

Wer die neuesten Arbeiten vonGunnar Heinsohn sucht, wird sie auf Malaga Bay finden. Da gibt es auch eine spannende Diskussion zwischen Clark Whelton - Gunnar Heinsohn einerseits, und Martin Sieff als Gegner, der zwar Illigs These für möglich hält (300 Jahre sind zu streichen), aber ansonsten die traditionelle Ansicht der Geschichte vertritt und damit eine Streichung von 700 Jahren für aussichtslos hält.
Entzündet hatte sich der Streit im Dezember 2017 an der auffälligen Wiederholung von Komet-Halley-Sichtungen nach einem Zeitraum von rund 700 Jahren in chinesischen Annalen. Auf diese Problematik gehen die drei Streiter leider nicht weiter ein, erst am Ende, 15. Mai 2018, meldet sich Karl-Heinz Lewin mit einer vernünftigen Überlegung. go See here.

Zu den Sternbeobachtungen in chinesischen Annalen siehe auch mein neuer Artikel "Datierung mithilfe des Ekliptikwinkels" sowie generell mein 1. Buch zur Chronologiekritik: Die Große Aktion (1998)

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