"Das Jahrkreuz"
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Juni  2016  Ilya Topper ilya pq

"Das Jahrkreuz" - das neue Buch von Uwe Topper

Jahrkreuz Titel

Sprünge im Verlauf der Zeit –

ISBN 978-3-89180-154-3

Dies ist die Quintessenz der bisherigen Erforschung der Geschichtsschreibung, die sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den Vordergrund drängt: Katastrophen von weltweitem Ausmaß, die mehrmals den Jahresablauf beeinflußten und die Kulturen der Menschheit weitgehend zerstörten, bieten die einzige verbliebene Erklärung für manche ungelösten Rätsel der Geschichte.

Uwe Topper hat auf der Grundlage der Ergebnisse der internationalen Geschichtsanalyse einen neuen Schritt vollzogen: Die Auswertung der antiken sowie der arabischen Astronomiewerke und ihr Verständnis in der Renaissance macht deutlich, daß es seit „babylonischen Zeiten“ mehrmals zu Unfällen der Erde kam, die zur Zerstörung der Hochkulturen führten und Neuanfänge erzwangen. Auch wenn dies durch chronologische Untersuchungen seit Isaac Newton schon erkennbar wurde, fehlte doch bisher die Erklärung des Vorgangs selbst. Wie bewegt sich die Erde während eines Sprungs und warum kommt das Zeitmaß durcheinander?

Die astronomiegeschichtlichen Untersuchungen europäischer wie amerikanischer Wissenschaftler bieten die nötigen Grundlagen für eine umfassende Sicht auf den Mechanismus der Katastrophen. Von Kopernikus über Velikovsky bis Christoph Marx hat Topper die wichtigsten Erkenntnisse vereinigt und ein verständliches Bild der astronomischen Entwicklung von der Megalithzeit bis in unsere Tage vorgestellt. Bei seinen seit mehr als vier Jahrzehnten beharrlich weiter verfolgten Forschungszielen ist ihm nun ein weiterer Durchbruch gelungen. Die Präzessionssprünge können nicht nur für weit zurückliegende Zeiträume sondern auch für den schriftlich erfaßten Geschichtsablauf seit den Griechen aufgezeigt werden.

Uwe Topper: „Das Jahrkreuz“ ist im Juni 2016 im Hohenrain Verlag in Tübingen in der bekannten Reihe „Veröffentlichungen aus Hochschule, Wissenschaft und Forschung“ als Band XXVII erschienen.
In derselben Reihe erschienen im Tübinger Verlag unter anderen folgende Bücher:
Jürgen Spanuth: Atlantis (Bd. IV)
Freerk Haye Hamkens: Der Externstein (Bd. V)
Jürgen Spanuth: Die Rückkehr der Herakliden (Bd. XIII)
Alois Bernt: Die Germanen und Slawen in Böhmen und Mähren: Spuren früher Geschichte im Herzland Europas (Bd. XIV)
H. K. Horken: Ex nocte lux (Bd. XVII)
Gert Meier und Hermann Zschweigert: Die Hochkultur der Megalithzeit (Bd. XVIII)
Gert Meier u.a.: Die deutsche Frühzeit war ganz anders (Bd. XX)
Gert Meier, Uwe Topper, H. Zschweigert: Das Geheimnis des Elsaß (Bd. XXI)
Uwe Topper: horra. Die ersten Europäer (Bd. XXII)
Uwe Topper: Kalendersprung (Bd. XXIII)
Helmut Schröcke: Die Vorgeschichte des deutschen Volkes (Bd. XXV)

irland sonnenuhrsteinGrabstein aus Irland, der eine Sonnenuhr darstellt

Nachlese:

Der Text des Buches ist praktisch fehlerfrei, nur einige Bildlegenden sind leider nicht richtig.
Hier die geringen Textfehler:
S. 65: statt ҫ sollte der griech. Buchstabe Eta η erscheinen
S. 118, 1. Zeile: die beiden Sonderzeichen für Beta und Gamma (Piscis) wurden nicht ersetzt
S. 153: Zodi ak – Zodiak
S. 216: Komma versetzt: auf Al-Battani fußend, ... – Abb. Scaliger (ohne n)
S. 223: es muß Papyrus lauten statt Pyprus (Ebers)
S. 235: Pankenier
S. 269, Zeile 1: Abstand der Frühlingsgleiche (von streichen)
S. 312, Zeile 3 von unten: wurde (Einzahl)
S. 413, Mitte: zweimal wird (1 x streichen)

Bildlegenden:
S. 34, Abb. 12 ist nicht das genannte Mosaik sondern ein anderes Bild (Istanbul, Obelisk auf dem Hippodrom)
S. 35, Abb. 18: Der Stich stammt von Bianchini (1703), das Foto von Karin Wagner fehlt; entsprechend ist der Hinweis S. 40, Zeile 1 falsch, ebenso dort die Legende zu Abb. 19.
S. 66, Abb. 27: Nicht Ziegendrache sondern Drache (=Abb. 25, nach al-Sufi) ist hier abgebildet, allerdings zur Seite gedreht.
S. 216: Abb. Scaliger (ohne n)
S. 147: Es fehlt die schematische Zeichnung eines Präzessionssprungs (siehe statt dessen hier unten!)
S. 320, 1. Zeile: es sollte Abb. 51 (zu S. 72) heißen, statt Abb. 50
S. 362, Abb. 108: Dieser Tierstein steht in Sisian (Armenien), nicht in Edschmiazin; dort steht auch einer.

Leseranfrage:
Ich habe das „Jahrkreuz“ nun durchgelesen, sicher muß ich einige Stellen nochmal aufmerksam lesen, das meiste war verständlich. Nicht begriffen habe ich die Verschiebung der Festtage im 15. Jh. Sie schreiben auf Seite 419 unten: „Der Präzessionssprung über eine Woche war im Laufe der Zeit astronomisch erkannt und berechnet worden. Die von Cusanus erwähnten ‚Heiden‘ hatten daher den Wochensprung in ihren Kalender eingefügt, und viele Christen waren ihnen gefolgt. Sie richteten sich von da an nach dem aktualisierten Julianischen Kalender, während der alte kirchliche Kalender versetzt dazu weiterlief.“ Wie kann ich mir das vorstellen?

Antwort: Mit „Kalender“ ist hier der Festkalender gemeint. Es war damals von Astronomen erkannt worden, daß die traditionellen Festtage gegenüber dem Himmel um eine Woche versetzt lagen. Wollte man am astronomisch richtigen Tag das jeweilige Fest begehen, mußte man es eine Woche eher feiern, als der bisher gewohnte Tag es angezeigt hätte. Statt am 21. Dezember mußte also schon am 14. (später gar 13.) Dezember das Fest der Heiligen Nacht (Wintersonnwende) begangen werden.
Die Tageszählung blieb nach dem Sprung selbstverständlich erhalten, denn es gab keine übergeordnete Behörde (wie es 1582 die Römische Kirche in ihrem Gebiet vermochte), die eine Änderung der Tagesfolge durchgesetzt haben könnte. Die Tagesfolge war allgemein und unantastbar, geradezu heilig. Deswegen wurden die Festtage verschoben, man legte sie auf die astronomisch richtigen Tage, also Weihnacht vom 21. auf den 13. Dezember, Kreuzfest vom 23. auf den 14. September, usw.
Zwei nebeneinander herlaufende Julianische Kalender gab es vor 1582 nicht, nur verschiedene Daten für die Festtage.
Auf S. 421 (vorletzter Absatz) steht die Regelung nochmal wie hier eben erläutert.

Es gab dann nach der Gregorianischen Reform von 1582 drei große Gruppen in Europa, was die Kalenderregelung der Festtage angeht:

1. die Evangelischen, die am 25. Dezember [julianisch] Weihnachten begingen, astronomisch rund vierzehn Tage zu spät; das ist der „Alte Stil“;

2. die Heiden, die am 13. Dezember [julianisch] Weihnacht feierten, astronomisch nur zwei Tage zu spät;

3. die Katholiken, die am 25. 12. [gregorianisch] Weihnachten feierten („Neuer Stil“), astronomisch rund vier Tage zu spät;

und 4., aber für uns unerheblich, die Byzantiner und die Orientkirchen, die am selben Tag wie die Evangelischen, nämlich am 25. Dez. [julianisch] feierten.

Als der Julianische Kalender gebietsweise außer Gebrauch kam und durch den Gregorianischen ersetzt wurde, hat man die Feiertage nicht mehr neu festgelegt, sie blieben am „nominellen“ Datum. Daher feiern Evangelische und Katholiken heute am selben Tag, aber der Sankt-Luzia-Brauch, den es z.B. in Schweden noch gibt, blieb auf dem 13. Dezember und ist nun, da gregorianisch, acht Tage vor der Wintersonnwende.

Zum leichter merken hier noch einmal grundsätzlich:
Durch die Präzession verschiebt sich der Frühlingspunkt am Sternhimmel, ebenso der optische Nordpol, die Südgrenze der sichtbaren Sterne und die Kalenderdaten der Sternaufgänge. Der Frühlingsbeginn verschiebt sich im Kalender nicht, sofern dieser richtig geschaltet wird. Durch Fehlschaltung (z. B. immer alle vier Jahre ein Schalttag) wird er sich auch kalendarisch allmählich verschieben. Der große Fehlbetrag von zehn Tagen zwischen astronomischer Situation und dem traditionellen Kalender wurde hauptsächlich durch einen Sprung verursacht.

U. Topper, Jan. 2017

Gerade ist eine Besprechung des Buches durch Peter Winzeler erschienen, hier go
Eine weitere Besprechung des Buches hier: go Reiner Spieker, Karlsruhe

Besprechungen erschienen u.a. in Atlantisforschung.de durch Bernhard Beier und in
Efodon-Synesis 2/2017, S. 39-40 durch Gernot L. Geise

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Eine Zusammenfassung des Buches in Englisch finden Sie go hier, in Französisch hier go

Für die Leser des "Jahrkreuz", die sich den Präzessionssprung allein aus der Beschreibung nicht so leicht vorstellen können, hat Ilya Topper eine Zeichnung angefertigt, die den Ruck der Erde bildlich begreifbar macht:

sonnenbahn

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